Ein Ort voller Leben – Unser Besuch im Sankt Barbara Hospiz in Linz

Hospiz. Ein Wort, bei dem viele Menschen zunächst für Unbehagen sorgt und innehalten lässt. Oft verbindet man damit Stille, weiße Wände und das Lebensende. Doch wir als Klasse wollten uns genauer informieren und mehr darüber erfahren. Im Rahmen des Religionsunterrichts, in dem wir uns bereits intensiv damit beschäftigt hatten, machten wir uns gemeinsam auf den Weg, um diesen Bereich aus einer tieferen Perspektive kennenzulernen, der für viele zunächst einschüchternd und befremdlich wirkt. Unser Ziel war das Sankt Barbara Hospiz in Linz. Dort erwartete uns jedoch kein Ort voller Traurigkeit – ganz im Gegenteil. Wir erlebten einen Ort voller Leben, der viele unserer Vorstellungen und Vorurteile ins Wanken brachte.

Unsere Exkursion begann an einem Platz, der symbolisch kaum passender hätte sein können: auf der Dachterrasse des Hospizes. Mit einem beeindruckenden Blick über die Stadt Linz wurden wir von einer Sozialarbeiterin empfangen, die uns den gesamten Vormittag begleitete. In dieser offenen und freundlichen Atmosphäre, weit entfernt von einem klinischen Umfeld, erzählte sie uns von ihrem Berufsalltag. Zudem hatten wir die Möglichkeit, zahlreiche Fragen zu stellen und mehr über ihre Arbeit zu erfahren.

Dabei wurde schnell deutlich, dass Sozialarbeit im Hospiz weit mehr bedeutet als organisatorische Aufgaben oder Verwaltungsarbeit. Vielmehr geht es darum, Menschen in einer besonders herausfordernden Lebensphase zu begleiten und sowohl die Betroffenen als auch ihre Angehörigen bestmöglich zu unterstützen.

Ein Thema, das uns besonders interessierte, war die Frage, wie das Leben in einem Hospiz eigentlich aussieht. Die Sozialarbeiterin erklärte uns, dass es unterschiedliche Formen der Hospizbetreuung gibt. Im stationären Hospiz finden Menschen in ihrer letzten Lebensphase ein dauerhaftes und würdevolles Zuhause. Es handelt sich nicht um ein Krankenhaus, sondern um einen Ort, an dem das Wohnen, die individuelle Betreuung und die Lebensqualität im Mittelpunkt stehen.

Zusätzlich gibt es ein Tageshospiz, das sich eine Etage unter dem stationären Bereich befindet. Dort verbringen Menschen den Tag in Gemeinschaft, nehmen an verschiedenen Aktivitäten teil und erhalten pflegerische Unterstützung. Am Abend kehren sie jedoch wieder in ihr eigenes Zuhause zurück.

Wir fuhren mit gemischten Gefühlen in das Hospiz und kehrten mit vielen neuen Eindrücken und wertvollem Wissen zurück. Für uns alle war es eine sehr interessante und bereichernde Exkursion. Sie hat uns gezeigt, dass diese Einrichtung keine düstere Endstation ist. Im Gegenteil: Wir haben erlebt, dass das Hospiz ein Ort sein kann, an dem Menschen Geborgenheit, Unterstützung und Lebensqualität erfahren – ein Raum, der nicht nur begleitet, sondern trägt, und in dem selbst in der letzten Lebensphase Nähe, Würde und gelebte Menschlichkeit Raum haben.

Text: Agnes Schaupp

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