„LASSNIG – RAINER / Das Frühwerk“

Ein Ausstellungsbesuch mit Folgen.

 

Am 30.April 2019 besuchte die 5BB mit ihrem Lehrer Christoph Stauber und dem Studenten Simon Lehner im Lentos die Ausstellung „LASSNIG – RAINER / Das Frühwerk“.

Arnulf Rainer, 1929 in Baden geboren, beschloss Künstler zu werden und besuchte die Staatsgewerbeschule in Villach, wo er 1949 maturierte. Er bestand sowohl die Aufnahmeprüfung für Graphik an der Akademie für angewandte Kunst, als auch an der Akademie der bildenden Künste in Wien in Wien, verließ jedoch die Akademien jeweils noch am selben Tag auf Grund von künstlerischen Kontroversen.

Als 18-jähriger Schüler aus Villach schrieb er 1948 der zehn Jahre älteren Malerin Maria Lassnig: Ob er sie denn einmal im Atelier besuchen dürfe?

Lassnig war gerade durch einen Skandal zur Lokalberühmtheit geworden: 1947 hatte sie im Klagenfurter Kunstverein einen spätexpressiven Akt ausgestellt. Nur dass eine Frau damals nach gesellschaftlichen Konventionen keine nackten Männer malen durfte.

Drei, vier Jahre dauerte die Beziehung zwischen Rainer und Lassnig, in der beide wesentliche Entwicklungen schafften, die aber bald in eine Konkurrenz ausartete, die beide ihre langen Leben begleiten sollte. Während Rainer rasch als Künstler Erfolg hatte, erlangte Lassnig erst spät Anerkennung für ihre Kunst.

Maria Lassnig wurde am 08.09.1919 in Kappel am Krappfeld in Kärnten geboren. Sie begann noch vor Ende des 2ten Weltkriegs eine Studium der Malerei an der Akademie der bildenden Künste bei Wilhelm Dachauer und beendete es bei Ferdinand Andri. Nach surrealistischen Anfängen ist sie prägend für das Informel (informelle Kunst) in Österreich. Sie erhielt nach schleppenden Anfängen ihrer Karriere zahlreiche Auszeichnungen, ua. den österreichischen Staatspreis und als erste Frau eine Professur an der Akademie für angewandte Kunst in Wien. Sie verstarb 2014.

Nach einer kurzen Einführung bekamen die Schülerinnen einen Fragebogen, den sie anhand der ausgestellten Bilder und den begleitenden Texten beantworten sollten. So konnten sich die Schülerinnen einerseits einen Überblick über die ausgestellten Werke verschaffen, andrerseits sollten sie auch das Schaffen der beiden Künstler vergleichen können. Am Schluss musste jede/r sein/ihr Lieblingsbild näher beschreiben und das Werturteil begründen. Der Ausstellungsbesuch wurde damit beschlossen, dass die Schülerinnen selbst ihre Favoriten vorstellten.

Im Unterricht ergänzte Simon Lehner den Ausstellungsbesuch mit Vorträgen zu den beiden Künstlern und ihren unterschiedlichen Gestaltungsabsichten. Während Arnulf Rainer schon sehr früh seine gestische, ungegenständlich-expressive Malerei entwickelte, fand Lassnig rasch zu einer gegenständlichen Malerei zurück, in der sie sich um eine Balance zwischen äußerer Beobachtung und innerem Empfinden (Bodyawareness) bemühte.

 

 

 

Das Projekt wurde in den folgenden Unterrichtsstunden ergänzt mit eigenen praktischen Arbeiten:

 

 

  • Anknüpfend an Arbeiten von Arnulf Rainer übermalten die Schülerinnen Fotografien mit Wachskreiden

 

 

  • Mit Acrylfarben versuchten sie konkrete Körperempfindungen darzustellen.

 

 

  • Die 7BB modellierte im Anschluss an den Ausstellungsbesuch Plastiken zum Thema „Empfindungskörper“

 

 

 

Es bleibt zu hoffen, dass die Schülerinnen im Laufe des Projekts ein Verständnis für die Arbeit dieser beiden Künstlern entwickelten, die zu den erfolgreichsten KünstlerInnen der Nachkriegszeit Österreichs zählen. 

 

 

 

Christoph Stauber