Trauer um Prof. OStR Mag. Balduin Sulzer


Der Mitbegründer des Linzer Musikgymnasiums wirkte von 1974 bis 1997 an unserer Schule und war als begnadeter Musiker und genialer Komponist für viele Generationen von Schülerinnen und Schülern ein aufmerksamer Pädagoge, humorvoller Mentor und begeisternder Förderer junger Talente. Das Adalbert Stifter Gymnasium verliert mit Prof. Sulzer nicht nur einen prägenden und geschätzten Lehrer und Kollegen, sondern auch einen treuen Freund. Wir werden ihn immer in unseren Herzen tragen. RIP

 

Der folgende Text ist eine Adaptierung der Laudatio von Direktor Andreas Thiel anlässlich der Feier des 85. Geburtstags von Prof. Balduin Sulzer im Linzer Brucknerhaus am 31. März 2017.


Ohne unseren Herrn Lehrer Balduin Sulzer gäbe es das Linzer Musikgymnasium nicht in der Form und in der Bedeutung, die dieser Zweig des Adalbert Stifter Gymnasiums seit seiner Gründung 1974 durch HR Dir. Kloybhofer genießt. Unter seiner kongenialen musikalischen Leitung wurde das Musikgymnasium zu einer unentbehrlichen Talentschmiede im Kulturland Oberösterreich und weit darüber hinaus.

Vor allem aber sind es Generationen von jungen Menschen, die Prof. Balduin Sulzer durch seine oftmals unorthodoxen Methoden, durch seine Wortgewalt und seinen Humor gefördert, gefordert und nachhaltig geprägt hat.

Franz Welser Möst hat vor Jahren einmal über Prof. Sulzer gesagt: „Balduin hat die unglaubliche Fähigkeit gehabt, jeden von uns einen Teil von sich selbst erkennen und annehmen zu lassen. – etwas Größeres kann man über einen Lehrer nicht sagen.

Diesen Worten kann nur vollinhaltlich beigepflichtet werden:
Rector enim est alienorum ingeniorum atque formator.Der Lehrer ist der Lenker und Bildner fremder Talente.
Das hat man schon vor Jahrtausenden verstanden, wie diese Worte Quintilians zeigen.

Leider wird im aktuellen Bildungsdiskurs nur allzu oft durch einen gewissen Hang zur Standardisierung, Evaluierung und Vermessung von Kompetenzen der Blick auf die wesentliche Rolle eines Lehrers/einer Lehrerin verbaut.

Ein Lehrer darf nicht bloß zum Trainer, Coach, zum Lernbegleiter und Architekten konstruktivistischer Lernumgebungen degradiert werden. Er ist Mentor und Pädagoge. Und was Schüler und Schülerinnen lernen, bestimmt vor allem der einzelne Pädagoge durch seine Persönlichkeit, seine Begeisterung und seinen ganz individuellen Zugang zum Leben. Alle anderen Einflussfaktoren – die materiellen Rahmenbedingungen, die Schulform oder spezielle Lehrmethoden – sind dagegen zweitrangig. Seien wir ehrlich: Woran denken wir zuerst, wenn wir uns an unsere Schulzeit erinnern? Es sind gewiss nicht die Lerninhalte, sondern die Personen, die sie uns vermittelten.
Prof. Balduin Sulzer war so ein Lehrer für Generationen von Schülerinnen und Schülern des Adalbert Stifter Gymnasiums gewesen.

Dafür möchten wir ihm danken.

deo parentibus et magistris non potest satis gratiae rependi
Gott, den Eltern und den Lehrern kann man nicht genug danken.

 

Fotos von Reinhard Winklerhttp://www.reinhardwinkler.at/bruha_sulzer2017/